Entstehung und Geschichte

Entstehung und geschichte

Die kleine Insel mit der großen Vergangenheit

Die Entstehung Teneriffas

Die Entstehung Teneriffas begann vor 12 Mio. Jahren durch vulkanische Aktivität. Denn zuerst bestand Teneriffa aus drei kleineren Inseln. Das heutige Anaga Gebirge im äußersten Norden, das Teno-Gebirge im Nordwesten und dem Bandas del Sur im äußersten Süden Teneriffas. Ein Vulkanausbruch in der Mitte dieser dreier Inseln, fügte diese dann vor ca. zwei Millionen Jahren zu einer Insel zusammen. Der Ur-Teide, der sich in der Mitte erhob, entstand jedoch erst vor 500.000 Jahren. Vor 170.000 Jahren rutschte dieser jedoch bei einem gewaltigen Felssturz ins Meer und löste dabei einen Tsunami aus.

In den folgenden Jahrhunderten wurden mehrere Vulkanausbrüche verzeichnet. Der erste Ausbruch wurde durch Christoph Kolumbus, auf seinem Weg nach Indien 1492, schriftlich festgehalten. Der Vulkan brach 1604, 1605, 1704, 1705, 1706, 1798 und 1909 weitere Male aus.

Ein Ausflug in den 12 mal 17 Kilometer großen Krater Las Cañadas und des Pico del Teide selbst ist in jedem Fall zu empfehlen. Denn das Wahrzeichen Teneriffas gilt auch heute noch aktiv.

Teneriffa: Get Your Guide

Die Geschichte Teneriffas

Teneriffa – Insel der Glückseligen nannten die Römer die Insel. In der Sprache der Einheimischen bedeutet Tenerife „weißer Berg“, was auf den Teide zurückzuführen ist. Es ranken sich viele Geschichten um die ersten Einwohner Teneriffas, genannt „Guanche-Mann von Teneriffa“. Bis heute können keine stichhaltigen Beweise vorgelegt werden, um die ursprüngliche Herkunft der Guanchen zu belegen. Die naheliegendste Erklärung wäre, es handelt sich bei den ersten Einwohnern Teneriffas um Auswanderer Afrikas (heute Marokko oder Westsahara), welche aufgrund der geringen Distanz zwischen Teneriffa und Afrika (288km) mit Booten übersiedelten.

Teneriffa Karte aus dem Jahr 1375

1. Jahrhundert

Die erste schriftliche namentliche Nennung Teneriffas machte der römische Geschichtsschreiber Plinius der Ältere in seiner Enzyklopädie „Naturalis Historia“, Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. bei einer Expedition. Ein Jahrhundert später wurde Teneriffa von dem griechischen Naturforscher Ptolemäus erstmals kartografiert. Teneriffa und der Rest der Kanarischen Inseln gerieten aber in Vergessenheit, bis zum 14. Jahrhundert.

14. Jahrhundert

1312 erreichte der genuesische Entdeckungsreisende Lancelotto Malocello die kanarische Insel Lanzarote.

15. Jahrhundert

Nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 durch Christoph Kolumbus gewannen die Kanarischen Inseln schnell an Aufmerksamkeit aufgrund ihrer günstigen Lage zwischen Spanien und Amerika. Da Teneriffa zu diesem Zeitpunkt noch nicht zum spanischen Herrschaftsgebiet gehörte und damit die letzte zu erobernde Insel war, beauftrage Königin Isabella l. den spanischen Eroberer Alonso Fernández de Lugo mit der Eroberung Teneriffas. Ein Jahr nach der Eroberung La Palmas (Gran Canaria) landete Alonso Fernández de Lugo im Mai 1494 mit seinen Truppen auf Teneriffa und legte den Grundstein für die heutige Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Anders als auf La Palma erlitt Alonso Fernández de Lugo auf Teneriffa eine schwere Niederlage gegen die Guanchen, woraufhin die Spanier sich von der Insel zurückzogen. Etwa ein Jahr später kehrte Alonso Fernández de Lugo nach Teneriffa zurück und schlug die Guanchen endgültig am 25. Dezember 1495 bei La Victoria de Acentejo. Damit war das gesamte Kanarische Archipel unter spanischer Herrschaft und bildete eine wichtige Station zwischen den spanischen Kolonien in Amerika und dem spanischen Festland. Die Guanchen wurden mit Spaniern zwangsverheiratet oder in die Sklaverei getrieben und starben so als eigene Ethnie aus.

Landung von Alonso Fernandes de Lugo auf Teneriffa, Koppchen, Parlamento 03, CC BY 3.0
Gemälde des verwundeten Sir Horatio Nelson

17. Jahrhundert

Die Spanier waren jedoch nicht die einzigen die Interesse an dem günstig gelegenen Inselarchipel hatten. Die Engländer, die in der Vergangenheit bereits häufig mit Spanien im Krieg waren, wussten um die strategische Wichtigkeit des Inselarchipels und führten in einem Zeitraum von ca. 150 Jahren drei Angriffe auf Teneriffa durch, um sich des Archipels zu ermächtigen und die eigenen Handelsrouten zu stärken. Alle drei Angriffen scheiterten an dem, für damalige Verhältnisse, äußerst gut befestigten Santa Cruz. Der letzte Angriff fand im Juli 1797 statt und wurde von dem am höchsten ausgezeichneten britischen Admiral Horatio Nelson durchgeführt, welcher dabei seinen rechten Arm verlor und durch die Kapitulation der Royal Navy am 25. Juli 1797 die einzige Niederlage seiner Militärkarriere hinnehmen musste. Nelson trug später indirekt zur Niederlage Napoleons bei, indem er dessen Hochseeflotte vernichtend schlug.

18. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert Teneriffas war geprägt von Vulkanausbrüchen, Hungersnöten, Pocken, Pest und Cholera was viele der Inselbewohner dazu bewegte Teneriffa zu verlassen und in anderen Ländern wie Amerika, Argentinien, Paraguay, Mexiko, Venezuela oder Kuba ein besseres Leben zu suchen.

Universidad_de_La_Laguna, Teneriffa

19. Jahrhundert

So schlecht das 18. Jahrhundert auch für Teneriffa war, dass 19. Jahrhundert brachte viele positive Neuerungen und Änderungen mit sich. Im Jahr 1817 wurde die erste und damals einzige Universität, der Kanaren, auf Teneriffa gegründet. Fünf Jahre nach Eröffnung der Universität wurde Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels und war dies bis zum Jahr 1927. Nach Ableben Ferdinand Vll. von Spanien trat dessen Tochter Isabella ll. die Thronfolge noch an dessen Todestag, dem 29. September 1833, im Alter von zwei Jahren an. Um den wirtschaftlichen Schaden, der durch den absolutistischen Herrschaftsstil ihres Vaters entstanden ist, zu beheben, erklärte Isabella ll. die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone. Durch die gewährten Zollvorteile gelang es den Kanarischen Inseln sich zu erholen. Ebenfalls kam es Teneriffa zu Gute, dass der rote Farbstoff, welcher von der Larve der Schildlaus gewonnen wird, in Zeiten der europäischen Industrialisierung innerhalb der Farbindustrie äußerst begehrt war. 1872 gefährdete eine Reblausplage auf Teneriffa den Weinbau, woraufhin die Banane zum wichtigsten Exportgut der Insel wurde. Im Jahr 1880 wurden die ersten heimischen Bananen

20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert läutete der Vulkan Chinyero mit seinem Ausbruch von 1909 ein. Er wütete ganze neun Tage, forderte jedoch kein einziges Todesopfer. Drei Jahre nach dem, bis dato, letzten Vulkanausbruch auf Teneriffa, erhielten die Kanarischen Inseln eine örtliche Selbstverwaltung, im spanischen „cabildos insulares“.  Lange waren die Inseln Teneriffa und Gran Canaria im Streit, welche von beiden Inseln der Regierungshauptsitz sein solle. Die Ursache hierfür war, dass Santa Cruz de Tenerife 1821 zur Hauptstadt des Archipels wurde. Der Streit endete am 21. September 1927 mit der Einigung, dass sich Teneriffa und Gran Canaria den Regierungssitz teilen. Heute wechseln sich Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria als Regierungssitz alle vier Jahre ab.

Am 17. Juli 1936 putschte der befehlshabende General der Kanarischen Inseln, Francisco Franco, mit seinen Truppen gegen die zweite spanische Republik, wo sich die Regierung aus Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten und Republikanern zusammensetzte. Der Putsch des General Francisco Franco leitete den spanischen Bürgerkrieg von 1936 – 1939 ein, wo er als Sieger hervortrat. Francisco Franco regierte Spanien als Diktator von 1936 – 1975. Gegen Ende der ´50er Jahre, noch während der Diktatur Francos, kamen die ersten Touristen nach Teneriffa. Das erste deutsche Charterflugzeug landete im Jahr 1959 auf Teneriffa. Der Tourismus, wie wir ihn kennen, entwickelte sich ab den ´70ern rasant und stellt heute den wichtigsten Wirtschaftszweig Teneriffas dar. Nach dem Ableben Francos begann Spaniens Demokratie zu pulsieren und es fanden am 15. Juli 1977 erstmals seit 1936 freie demokratische Wahlen statt. In dem gewählten Parlament wurde die Autonomie Teneriffas und der Kanarischen Inseln ein immer gewichtigeres Thema. Fünf Jahre nach den ersten Wahlen erhielten die Kanarischen Inseln den Status einer Autonomen Region und stellt somit die 17te Autonome Region Spaniens dar. Am 08. Mai 1983 fanden auf den Kanaren die ersten freien Wahlen statt und am 30. Mai 1983 tagte das gewählte kanarische Parlament zum ersten Mal. Der 30. Mai ist seit diesem Tag ein gesetzlicher Feiertag und wird auf allen Inseln groß gefeiert.

Francisco Franco 1969 in Argentinien

Heute

Im Laufe der Jahre hat sich Teneriffa zu einem florierendem Tourismusziel entwickelt und begrüßt jährlich 5 Millionen Besucher, davon mehr als die Hälfte aus Deutschland und dem Vereinigtem Königreich. Zu diesem Erfolg tragen, unter anderem, Sehenswürdigkeiten wie der Teide-Nationalpark oder die historische Stadt San Cristóbal de La Laguna bei, die beide zum UNESCO-Welterbe zählen. Ob als klassischer Tourist, Abenteurer oder Kulturliebhaber Teneriffa bietet für jeden das richtige und ist in jedem Fall eine Reise wert.

Blick auf Teide von Puerto de la Cruz, Teneriffa